Mit dem Artikel "Kaffee rösten kann jeder!" will ich in keiner Weise das Kunsthandwerk der Kaffeeröster und Kaffeerösterinnen in Frage stellen. Schliesslich zähle auch ich mich zur Gilde der Kaffeeröster.

Überhaupt auf die Idee, meinen Kaffee selber zu rösten, bin ich nach dem Kauf eines uralten Hauses gekommen. Dieses Haus steht an der Ausfallstrasse von Zweisimmen in Richtung Gstaad.

Im Untergeschoss hat die frühere Besitzerin einen Kolonialwarenladen betrieben. Die wertvollsten Möbel und Utensilien haben sich deren Kinder und Verwandte unter den Nagel gerissen. Trotzdem sind ein paar für mich sehr interessante Objekte zurückgeblieben, welche ich nun mit samt dem Haus mein Eigen nennen kann.

Darunter habe ich ein elektronisches Teil entdeckt, welches ich als Kaffeemühle mit integriertem Röster interpretiert habe. Nach langwierigen Recherchen im Internet hat sich der integrierte Röster als Haselnussraspel entpuppt . Nichts desto trotz, hat es mir den Ärmel bereits reingezogen. Ich will meinen eigenen Kaffee rösten.

Sowohl die verschiedenen Beiträge im Kaffee-Netz als auch die Hinterrgrundinformationen auf KaffeeWiki haben mir gezeigt, auch ich kann das.

Im Frühling 2013 wollte ich denn auch loslegen. Alles war bereit. Der Topf auf dem Herd. Das Rührwerk in Form von ein paar hölzernen Kochlöffeln sind griffbereit. Nur das Wichtigste fehlt. Keine rohen Kaffeebohnen!

Sollte doch kein Problem sein ein paar Kilo Rohbohnen aufzutreiben. Ist es eigentlich auch nicht. Aber für meine ersten Gehversuche wollte ich keine edlen Bohnen zu 20 Franken und mehr das Kilo "verbraten".

Schliesslich erbarmte sich der Grosshändler Blaser Café meiner und zog aus einem Sumatra- und einem Brasilkaffeesack je 5 Kilo ab. Obschon ich meinen Rohkaffee mitlerweilen woanders beziehe, bin ich dieser Firma noch heute sehr dankbar.