Kopi Luwak

Was macht diesen Kaffee so exklusiv?

Der Fleckenmusang (Paradoxurus hermaphroditus), eine Katzenart aus der Familie der Schleichkatzen, ist in den tropischen Regenwälder von ganz Süd- und Südostasien verbreitet. Er ist auch unter den Namen Civet, Musang oder Kaffeekatze bekannt. Er frisst Früchte, kleine Vögel, liebt Eier und reife Kaffeekirschen.

Deshalb ist der Musang, ähnlich wie bei uns der Marder, unter den Kaffeebauern lange Zeit nicht sonderlich beliebt gewesen. Dazu muss man wissen, dass es damals den ausgebeuteten Bauern unter Androhung massiver Strafen verboten gewesen ist sich Kaffee für den privaten Gebrauch abzuzwacken. Die Ernte ist ausschliesslich für die Kolonialherren und den Export bestimmt gewesen.

Es war der Kaffee der armen Bauern! Der letzte Dreck. Kein Kolonialherr bemühte sich darum.

Schon um 1880 beschreibt Alfred Brehm in seinem naturwissenschaftlichen Buch Brehms Tierleben den Musang (Paradoxurus fasciatus) ausführlich.

1. Fermentation im Magen

Dies ist die botanische Exklusivität.

Auf seinen nächtlichen Streifzüge durch die Plantagen ergötzt sich der Musang Luwak an den süssesten Kaffeekirschen. Von den Kaffeefrüchten kann er jedoch nur das Fruchtfleisch verdauen, die Bohnen werden unverdaut, jedoch schon fermentiert, ausgeschieden. Dabei ist es den einheimischen Kaffeebauern nicht entgangen, dass die Hinterlassenschaften (also die Exkremente) unverdaute Kaffeekernen enthalten.

Findige Kaffeebauer haben entdeckt, dass die Schleichkatzen immer wieder am selben Ort hinkacken. Also brauchen sie bloss den ihnen bekanntent Musang-Klos nachzugehen. Die Bauern haben die Häufchen eingesammelt, gereinigt, geröstet und wohl damals noch nicht geahnt, dass sie den exklusivsten Kaffee der Welt getrunken haben.

2. Das Beste kommt zum Schluss

Das ist die kommerzielle Exklusivität

Kaum hat Edward Cole (alias Jack Nicholson) in der Hollywood Tragikkomödie "Das Beste kommt zum Schluss" ("The Bucket List") genüsslich seinen heissgeliebten Kopi Luwak geschlürft, schiesst die Nachfrage durch die Decke.

Dass das auch die Schicki-Mickis ausserhalb der USA haben wollten, war nur eine Frage der Zeit. Wer etwas auf sich hält, schlürft einen Bucket List Kaffee, koste es was es wolle.

Bis zu 1'000 Dollar das Kilo!

Ist der horrend hohe Preis gerechtfertigt?

Zu Kolonialzeiten hat sich niemand einen Deut um diesen Kaffee geschert. Es war Arme-Leute-Kaffee.

Bei einer weltweiten Produktion von geschätzten 300 bis 500 Tonnen Kopi Luwak von wild lebenden Tieren, ist die Ernte schnell ausverkauft und die Preise steigen. Das ist beim Jamaika Blue Moontain genau gleich.

Die Nachfrage überstieg das Angebot regelmässeg erst etwa seit der Jahrtausendwende. Nachdem Jack Nicholson in 2007 in einem Hollywood-Streifen genüsslich Kopi Luwak getrunken hat, ist die Nachfrage raketenhaft gestiegen. Wenn der Kopi Luwak ausschliesslich von frei lebenden Tieren produziert würde, wäre der Preis absolut gerechtfertigt.

Jetzt kommt das grosse ABER...

Kaum ist die Nachfrage ins Unermessliche gestiegen, so, Hokus-Pokus, ist auch die jährliche Produktion innerhalb von zwei drei Jahren auf über 5'000 Tonnen gestiegen. Das sind 1'000 Prozent mehr! Die Zuwachsrate im zweistelligen Prozentbereich hält unvermittelt an.

Also werden jährlich 4'500 Tonnen (Tendenz steigend) Kopi Luwak Kaffeebohnen von ausgemergelten Musangs in Käfighaltung "produziert", respektive geschissen. Anders als in der Freiheit, wo der Speiseplan ausgewogen ist, werden die armen Viecher von früh bis spät ausschliesslich mit Kaffeekirschen gefüttert.

Kopi Luwak Bali

Frei lebende Musang gibt es auf Bali nicht

Der Kopi Luwak, welcher auf Bali auf den verschiedenen Kaffeeplantagen exklusiv angeboten wird, kommt ausschliesslich von gefangenen Musangs. Eingepfercht in viel zu kleine Käfige vegetieren sie vor sich hin.

Nur ein paar wenige werden zur Beruhigung der vielen (skeptischen) ausländischen Touristen in grosszügigen Gehege gehalten.

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Eigentlich ist hier alles bereits beschrieben