Von Äthiopien über Yemen

Rund um den Erdball

Dieser Beitrag ist zu Teilen aus wikipedia entnommen. Andere aufschlussreiche Quellen sind World Coffee Research und CoffeeResearch (beide auf englisch).

Woher der Kaffee seinen Ursprung hat, ist nicht genau bekannt. Nach neusten botanischen Zeugnissen soll er sich von den zentralen Plateaus Äthiopiens über Yemen, dem Schwarzen Meer Richtung Asien und schliesslich entlang des Äquators rund um den Erdball ausgebreitet haben.

Trotz diesen modernen Erkenntnissen hält sich die sympathische Legende hartnäckig, wonach ein Ziegenhirte aus dem Königreich Kaffa der eigentliche Entdecker der Kaffeekirsche und deren Wirkung gewesen sein soll. So soll Kaldi bemerkt haben, wie seine Ziegen immer aufgedrehter wurden je mehr sie genüsslich von den feuerroten Kirschen eines Strauches gegessen haben.

Bourbon und Typica

Franzosen und Holländer

Der Bourbon ist, nebst dem Kaffee Typica, der erste Kaffee, welcher ausserhalb Äthiopiens, respektive dem Yemen angepflanzt worden ist. So stammt jede Bourbon Varietät vom Ur-Bourbon Kultivar ab, der von den Franzosen aus Yemen zur französischen Insel Bourbon verschifft und dort erfolgreich angebaut worden ist. Heute ist diese ehemalige französische Kolonie im indischen Ozean als La Réunion bekannt. Erst von dort aus hat dieser Zweig des Ur-Kaffees den Siegeszug rund um den Globus angetreten.

Vor allem die Kaffeepflanzen in Mittel- und Südamerika stammen überwiegend vom Bourbon ab.

Die Holländer haben genau das gleiche wie die Franzosen getan. Sie haben den aus Yemen stammenden Ur-Kaffee in ihre Kolonien verschifft und angebaut. Diese kennen wir heute als Typica.

Kaffee kommt nach Indonesien

Erste Anbauversuche der Holländer

Der holländische Gouverneur von Malabar (Indien) hat 1696 ein paar Setzlinge von Arabica Pflanzen dem Gouverneur von Batavia, dem heutigen Jakarta, geschickt. Leider misslingt der erste Versuch Kaffee auf Java zu kultivieren. Alle Pflanzen sind den Überflutungen während der Regenzeit zum Opfer gefallen und ersoffen.

Aber sie haben nicht aufgegeben. Bereits 1699 wird eine zweite Schiffsladung voller Setzlinge nach Batavia verschifft. Die Pflanzen überleben und beginnen zu spriessen. Schon 1711 werden einige Exemplare nach Europa exportiert und in den verschiedensten botanischen Gärten erfolgreich angepflanzt und ausgestellt.

Die Pflanzen gedeihen gut, sehr gut sogar. 1717 werden denn auch zum ersten Mal 2'000 Pfund Kaffeebohnen von Java nach Europa exportiert. Indonesien ist das erste Gebiet, aussserhalb von Arabien und Äthiopien, in dem Kaffee im grossen Stil angebaut wird.

Der Kaffeehandel ist für die Niederländische Ostindien Kompanie (VOC) ein lukratives Geschäft. Weniger jedoch für die Indonesischen Bauern. Die Holländischen Kolonialherren zwingen die Landarbeiter unter dem Kultivationsprogramm von 1830 bis rund 1870 dazu, nebst Rohrzucker und Indigo, auch Kaffee anzupflanzen.

Dieses zutiefst korrupte System bringt viel Elend und Not über den indonesischen Bauernstand. Der holländische Schriftsteller Eduard Douwes Dekker, alias Multatuli, verarbeitet die unsäglichen Machenschaften in der 1860 erschienen Novelle Max Havelaar oder die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen Handels-Gesellschaft.

Ach so! Aha! Habe ich nicht gewusst. Das wissen wahrscheinlich noch viele nicht. So hat denn dieses Buch als Namensgeber für eine der weltweit ersten Fair-Trade Organisationen hergehalten.

Meine Kaffeegeschichte

Wie die Jungfrau zum Kind

Es beginnt mit dem Hauskauf. Nach zehn Jahren auf Bali, komme ich mit meiner Familie zurück in die Schweiz. Unser Sohn soll eine Schweizer Ausbildung geniessen können.

Mit dem Haus übernehme ich auch gleich ein paar zurückgelassene Utensilien. Unter anderem eine alte Kaffeemühle. Ein Riesending! So wie sie früher in den "Tante-Emma" Läden gestanden haben.

Bisher kenne ich Kaffee nur als Konsument von fader Brühe in Restaurants oder ab und an mal einen selbst aufgesetzten Filterkaffee.

Aber dieses Unding weckt meine Neugierde. Ist es wirklich eine Mühle mit integriertem Röster? Ich beginne zu recherchieren. Nein, ist es nicht! Aber es hat mir den Ärmel schon reingezogen.

Auf einschlägigen Seiten im Internet lese ich von Kaffeeenthusiasten, welche nie mehr einen handelsüblichen Kaffee trinken würden. Denn das Leben sei zu kurz für schlechten Kaffee.

Nicht jeder dieser Freak röstet den Kaffee selber. Sie beziehen viel mehr frisch gerösteten Kaffee beim Röster ihres Vertrauens.

Ich will jedoch meinen eigenen Kaffee rösten. Nichts leichter als das, habe ich mir gedacht.