Der holländische Gouverneur von Malabar (Indien) hat 1696 ein paar Setzlinge von Arabica Pflanzen dem Gouverneur von Batavia, dem heutigen Jakarta, geschickt. Leider misslingt der erste Versuch Kaffee auf Java zu kultivieren. Alle Pflanzen sind den Überflutungen während der Regenzeit zum Opfer gefallen und ersoffen.

Aber sie haben nicht aufgegeben. Bereits 1699 wird eine zweite Schiffsladung voller Setzlinge nach Batavia verschifft. Die Pflanzen überleben und beginnen zu spriessen. Schon 1711 werden einige Exemplare nach Europa exportiert und in den verschiedensten botanischen Gärten erfolgreich angepflanzt und ausgestellt.

Die Pflanzen gedeihen gut, sehr gut sogar. 1717 werden denn auch zum ersten Mal 2'000 Pfund Kaffeebohnen von Java nach Europa exportiert. Indonesien ist das erste Gebiet, aussserhalb von Arabien und Äthiopien, in dem Kaffee im grossen Stil angebaut wird.

Der Kaffeehandel ist für die Niederländische Ostindien Kompanie (VOC) ein lukratives Geschäft. Weniger jedoch für die Indonesischen Bauern. Die Holländischen Kolonialherren zwingen die Landarbeiter unter dem Kultivationsprogramm von 1830 bis rund 1870 dazu, nebst Rohrzucker und Indigo, auch Kaffee anzupflanzen.

Dieses zutiefst korrupte System bringt viel Elend und Not über den indonesischen Bauernstand. Der holländische Schriftsteller Eduard Douwes Dekker, alias Multatuli, verarbeitet die unsäglichen Machenschaften in der 1860 erschienen Novelle Max Havelaar oder die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen Handels-Gesellschaft.

Ach so! Aha! Habe ich nicht gewusst. Das wissen wahrscheinlich noch viele nicht. So hat denn dieses Buch als Namensgeber für eine der weltweit ersten Fair-Trade Organisationen hergehalten.

Es beginnt mit dem Hauskauf. Nach zehn Jahren auf Bali, komme ich mit meiner Familie zurück in die Schweiz. Unser Sohn soll eine Schweizer Ausbildung geniessen können.

Mit dem Haus übernehme ich auch gleich ein paar zurückgelassene Utensilien. Unter anderem eine alte Kaffeemühle. Ein Riesending! So wie sie früher in den "Tante-Emma" Läden gestanden haben.

Bisher kenne ich Kaffee nur als Konsument von fader Brühe in Restaurants oder ab und an mal einen selbst aufgesetzten Filterkaffee.

Aber dieses Unding weckt meine Neugierde. Ist es wirklich eine Mühle mit integriertem Röster? Ich beginne zu recherchieren. Nein, ist es nicht! Aber es hat mir den Ärmel schon reingezogen.

Auf einschlägigen Seiten im Internet lese ich von Kaffeeenthusiasten, welche nie mehr einen handelsüblichen Kaffee trinken würden. Denn das Leben sei zu kurz für schlechten Kaffee.

Nicht jeder dieser Freak röstet den Kaffee selber. Sie beziehen viel mehr frisch gerösteten Kaffee beim Röster ihres Vertrauens.

Ich will jedoch meinen eigenen Kaffee rösten. Nichts leichter als das, habe ich mir gedacht.